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Kein Freibrief zum Abschuss

Biber bleiben auf der Liste der bedrohten Tierarten
 Kein Freibrief zum Abschuss
Foto: Johnston
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Die Meldung las sich wie ein Freibrief zum Abschuss: Der Biber sei in Bayern «keine vom Aussterben bedrohte Tierart mehr», hieß es in einem Rundschreiben des Umweltministeriums. Besorgte Naturschützer liefen daraufhin Sturm und warnten vor «regionaler Ausrottung». Eine Gefahr, die so nicht besteht, wie Roland Schechtel, Sachgebietsleiter Naturschutz im Forchheimer Landratsamt, klarstellt.

Herr Schechtel, in den Augen der Staatsregierung scheint der Biber nicht mehr so schutzwürdig zu sein, wie noch vor ein paar Jahren. Darf bald jeder Jagdscheinbesitzer Biber schießen?

Roland Schechtel: Keinesfalls, da wurde der Vorstoß des Umweltministeriums gründlich missverstanden. Man will nur bürokratische Hürden abbauen, damit die Kreisverwaltungsbehörden im Problemfall künftig selbstständig Biomanagement betreiben dürfen, ohne sich umständlich Genehmigungen von der Staatsregierung einholen zu müssen. Aber es wird nicht so kommen, dass der Abschuss von Bibern generell freigegeben wird. Per Gesetz gelten die bayernweit rund 10 000 Tiere nach wie vor als geschützt.

Was versteht man unter Problemfällen, «knirscht» es auch im Landkreis Forchheim, wo etwa zehn Biber leben?

Roland Schechtel: Glücklicherweise nicht. Biber bauen ihre «Burgen» an Flussläufen. In den Gegenden um Passau oder Regensburg wurden so schon Kläranlagen und Elektrizitätswerke massiv beschädigt. Früher hat man solche «Problembiber» gefangen und etwa an das südosteuropäische Ausland abgegeben, aber da ist inzwischen ein gewisser Sättigungsgrad erreicht; ebenso, wie bei Naturparks und Zoos. Künftig soll es in solchen Fällen für die Landratsämter, die für das Thema «Biber» zuständig sind, möglich sein, schneller als bisher eine Einzelerlaubnis zum Fang oder Abschuss zu bekommen.

An wen wendet man sich, wenn man selber Probleme mit einer Biberpopulation hat?

Roland Schechtel: Am besten an uns, die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt. HANS VON DRAMINSKI
19.6.2007
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